Versichererwechsel - Umdeckungsklausel

 

mögliche Formulierung der Umdeckungsklauseln in Bezug auf zeitliche Lücken*:

 

  • Unterschiedliche Versicherungsfalldefinitionen
    • Der Versicherer verpflichtet sich bei nahtlosem Übergang des Vorvertrages auf den Versicherer bei der Geltendmachung eines reinen Vermögensschadens abweichend von der Versicherungsfalldefinition gemäß Art. 2.3. ARB den Versicherungsfall nach der Ereignislösung gemäß Art. 2.1. ARB zu bestimmen, sofern beim Vorversicherer der Versicherungsfall nach den zuletzt gültigen ARB nach der Ereignislösung zu bestimmen war.
    • offene Klauselformulierung: Der Versicherer verpflichtet sich bei nahtlosem Übergang des Vorvertrages auf den neuen Versicherer in den Schadenfall einzutreten, wenn sowohl der Vorversicherer als auch der neue Versicherer allein aufgrund unterschiedlicher Versicherungsfalldefinitionen leistungsfrei sind.
  • zeitliche Risikoausschlüsse
    • Ursache vor Vertragsabschluss: Der zeitliche Risikoausschluss nach Artikel 3.2 ARB kommt nicht zur Anwendung.
    • Willenserklärungen und Rechtshandlungen vor Vertragsabschluss: Falls eine Willenserklärung oder Rechtshandlung, die vor Beginn des Versicherungsvertrages vorgenommen wurde, den Versicherungsfall auslöst und der Verstoß erst während der Vertragslaufzeit des gegenständlichen Versicherungsvertrages eintritt, besteht Versicherungsschutz.
    • Erb-Rechtsschutz: Auf den Einwand von zeitlichen Risikoausschlüssen (insbesondere im Erb-Rechtsschutz) wird verzichtet.
    • offene Klauselformulierung: Der Versicherer verzichtet bei zeitlückenlosem Versicherungsübergang von Vor- auf Folgeversicherung auf die Wartefristen und die zeitlichen Risikoausschlüsse in jenen Deckungsbausteinen, welche nachweislich beim Vorversicherer bereits versichert waren.
  • Nachmeldefrist:
    • vorbeugende Lösung (bei Neuabschluss): Der Versicherungsnehmer kann bereits bei Vertragsabschluss mit dem Versicherer A eine längere Nachmeldefrist (vorbeugend) vereinbaren. Versicherer akzeptieren teilweise Nachmeldefristen von 10 Jahren oder auch unbegrenzte Fristen. Damit hat man auch die Möglichkeit - zumindest in Bezug auf die Nachmeldefrist - den Versicherer beruhigt zu wechseln.
    • Umdeckungsklausel beim Folgeversicherer: Falls der Versicherungsfall in die Vertragslaufzeit eines Vorversicherers fällt und der Anspruch auf Rechtsschutz nach Ablauf der Nachmeldefrist des Vorversicherers erhoben wird, besteht Versicherungsschutz beim neuen Versicherer, sofern Eintrittspflicht des Vorversicherers bestanden hätte und seitens des neuen Versicherers (mit Ausnahme des Zeitpunktes des Versicherungsfalles) besteht.

* keine Garantie auf Vollständigkeit und Richtigkeit